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Mashup-Germany – Ein Track kommt selten allein

Mashup-Germany – Ein Track kommt selten allein

17. April 2014

Die ersten Mashups, bei denen einzelne Elemente verschiedener Werke und Genres zu etwas Neuem gemixt werden, tauchten Mitte der 1990er auf White-Label-Vinyls auf, die nur unter der Ladentheke verkauft wurden. Mit Verbreitung des Internets und der großen Beliebtheit diverser Tauschbörsen war der Erfolg der Mashups, in den 2000er Jahren, nicht mehr aufzuhalten. Heute sind Mashups in der Musik- und Clubkultur integriert. Viele Clubs veranstalten regelmäßig gut besuchte Mashup-Partys und buchen die Stars der Szene wie „DJs from Mars“, „Loo & Placido“ oder „Mashup-Germany“. So kam es, dass wir Anfang März einen gut gelaunten Ben Stilller a.k.a. Mashup-Germany vor seinem Gig in München treffen konnten um mit ihm über seine Anfänge, sein technisches Equipment, seine Inspiration, die Mashup-Szene und Entwicklungen in der Musik zu sprechen.

Mashup-Germanymix&scratch: Du bist vor allem durch deine Mashups bekannt geworden hast aber zuvor schon Schlagzeug gespielt und aufgelegt. Mit welchen Musikrichtungen bist du aufgewachsen? Welche Künstler haben dich in deiner Jungend beeinflusst?

Mashup-Germany: Wenn ich das sage wirst du sofort das Interview beenden (lacht). Angefangen hat alles mit Roy Black. Ich war ungefähr fünf Jahre alt und habe Kassetten von Roy Black gehortet. Danach kam dann meine David Hasselhoff Phase. Roy Black war zu dem Zeitpunkt gerade verstorben und alle Hausfrauen bei uns im Dorf wollten plötzlich Roy Black Kassetten haben. Also habe ich dann, listig wie ich bin, meinen Musikgeschmack angepasst und als sechs jähriger alle Roy Black Kassetten für gutes Geld verkauft. Damit habe ich mir dann mein erstes David Hasselhoff Album finanziert. Danach ging es weiter über die Jackson Five zu Cat Stevens und damit auch langsam in Bereiche bei denen man wirklich von Musik sprechen kann. Ich kann durchaus von mir behaupten, jedes Genre in meinem Leben mal mitgenommen zu haben.

mix&scratch: Kannst du dich daran erinnern wann du die ersten Mashups gehört hast?

Mashup-Germany: Ja, aber das ist lange her. Ich glaube die allerersten White-Labels oder Bootlegs oder Bastard Pop, wie das damals noch hieß, habe ich so um die Jahrtausendwende in den diversen Tauschbörsen entdeckt und war total geflashed. Ich konnte zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht verstehen was da passiert, weil ich es vorher noch nie gehört hatte und wusste dann relativ schnell, dass ich so was auch machen möchte. Ich habe das Thema dann aber fürs erste nicht weiter verfolgt und erst als ich Jahre später schon als DJ unterwegs war habe ich auch angefangen selber Mashups zu produzieren.

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