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Mathias Kaden – Freude am Auflegen

Mathias Kaden – Freude am Auflegen

11. Juni 2014

Wenn Mathias Kaden an den Tellern und Reglern dreht, sorgt er nicht nur für akustische Signale. Schließlich beweist das mitreißende Agieren vor dem Dancefloor auch seine „Freude am Tanzen“, nicht nur bezogen auf das gleichnamige Label, auf dem er regelmäßig seine produzierten Tracks veröffentlicht. Denn es gehört zum guten Ton eines Techhouse-DJs, auch musikalische Visitenkarten aus Vinyl- oder CDs unter die Massen zu bringen. Mathias weiß worauf es ankommt, um innerhalb der letzten fast zwanzig Jahre vom Bedroom in die Clubs globaler Hot-Spots gebucht zu werden. Diesem Phänomen sind wir in unserem Interview nachgegangen.

mix&scratch: Du wurdest schon mit vierzehn Jahren mit dem Virus „DJing“ infiziert. Wie kam es dazu?

Mathias Kaden: In Gera gab es einen Plattenladen in der Nestmannstraße, der mir von Freunden empfohlen wurde. Ich denke, dieser war der Auslöser, dass ich DJ wurde. Dort kaufte ich 1995 meine ersten Platten. Da ich mir keine zwei Schallplattenspieler auf einmal leisten konnte, legte ich mir zunächst nur einen zu, später dann einen zweiten. Das erste Auflegen lies dann nicht mehr lange auf sich warten, von dem ich bis heute nicht mehr weggekommen bin.

Mathias Kaden

mix&scratch: Aber zwischen dem ersten Gig und deinem heutigen Standing liegen nicht nur Jahre, sondern auch Welten. Was ist deiner Meinung dafür ausschlaggebend gewesen?

Mathias Kaden: Zunächst wurde ich oft in Gera und Umgebung gebucht, zwei bis drei Mal im Monat. Es folgten Erfurt, Weimar, dann ganz Thüringen und Sachsen. Seit 1998 lege ich in der Muna auf, ein Club in Bad Klosterlausnitz, sodass ich mich im Jahr 2000 für die Selbstständigkeit als DJ entschied. Gelernt habe ich Krankenpfleger, aber in diesem Beruf arbeitete ich nur während der Ausbildung. Mit den Schichten war das Auflegen schwer unter einen Hut zu bekommen. Schließlich kam ich im Jahr 2002 auch zu „Freude am Tanzen“, auf dem ich meine erste Schallplatte veröffentlichte. Es ging immer weiter nach oben, bis ich schließlich das erste Mal in Frankfurt, München und London auflegte. Aber bis dahin war es ein langer Weg.

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