Interviews

Mathias Kaden – Freude am Auflegen

Mathias Kaden – Freude am Auflegen

11. Juni 2014

mix&scratch: Somit bist du auch Beispiel und Ansporn für eine junge DJ-Generation. Worin siehst du aber deren Defizit?

Mathias Kaden: Kontinuität und ständig am Ball zu bleiben ist mir wichtig. Heute wollen doch alle DJ werden, um Geld zu verdienen und in acht Monaten berühmt zu werden. Damals war das nicht so. Der Markt war sehr übersichtlich und man legte aus Spaß auf. Das entweder für gar keine Gage oder fünfzig bis maximal einhundert D-Mark. Soviel bekam ich zu Beginn.

Mathias Kaden

mix&scratch: Über einen Zeitraum von fast zwanzig Jahren entwickelt man sich weiter, nicht nur was die Skills betrifft, sondern auch musikalisch. Inwiefern bleibst du dir selbst treu?

Mathias Kaden: Musikalisch dreht es sich bei mir sehr um Percussions und Grooves mit wenigen Melodien. Das alles in einem Housegerüst verpackt, aber das wechselt fast jährlich. Ich hatte auch schon eine Phase der minimaleren Musik, dann auch wiederrum eine des Techno. Heute lege ich eine Mischung aus House und Techno auf. Halt das, was mir gut gefällt und nicht zu trancig beziehungsweise melodisch klingt. Aber generell bleibe ich mir und meinem Stil seit vielen Jahren treu. Ich denke, man kann erkennen, dass ich es bin, sei es von der Musik, aber auch vom Stil des Auflegens. Das ist mir auch wichtig, denn es gibt immer gewisse Hypes, die ich aber nicht mit mache.

mix&scratch: Vor allem im Mainstream sind besonders kurzlebige Trends mit der Lizenz zum Gelddrucken zu erleben. Ist es dir jemals in den Sinn gekommen, von deinem soeben beschriebenen Pfad abzukommen?

Mathias Kaden: Ich habe mir nie überlegt, einen kommerzielleren Weg einzuschlagen. Sicherlich gab es immer Mal diese Chance, zumal ich weiß, was dort so gespielt wird. Aber das war für mich noch nie ein Thema. Außerdem ist es auch sehr schnelllebig. Das gilt auch für das Publikum, das heute noch zu einem Gig kommt und in zwei Jahren stehen diese Leute wiederum bei jemand anderen vor der Bühne. Das ist nichts Kontinuierliches, daher stand es für mich nie zur Debatte. Auch wenn man damit vielleicht noch bekannter wird und noch mehr Geld verdient, aber es ist eben ganz schnell vergänglich.

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