Interviews

Mathias Kaden – Freude am Auflegen

Mathias Kaden – Freude am Auflegen

11. Juni 2014

mix&scratch: Was forderst du generell als Setup an?

Mathias Kaden: Auf meinem Technical Rider stehen neben den zwei Schallplattenspielern Technics SL-1210 MK2 ein Allen&Heath X:One 92. Ich habe auch kein Problem, wenn mir stattdessen ein Pioneer DJM-800 beziehungsweise DJM-900 ins Pult gestellt wird. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass mir an denen zu viele Effekte sind, die mich verleiten, sie ständig einzusetzen. Dennoch denke ich, dass man bei einer großen Crowd und ohne Einsatz separater Effektgeräte mit dem Pioneer-Mischpult weiterkommt. Denn mit diesen Effekten kannst du die Leute noch mehr pushen. Aber ich bevorzuge eben lieber den Allen&Heath-Mixer aufgrund seines klareren Sounds und weil man sich mehr auf das Wesentliche konzentriert. Ganz zum Schluss wären noch zwei CDJ-2000 von Pioneer zu nennen. Da gibt es einfach keine Alternativen die mithalten können. Zumal ich auch schon einige andere ausprobiert habe. Die CD-Player sind übrigens nicht untereinander per Netzwerkkabel verbunden. Und ich setze auch nur gebrannte CDs ein. Es sei denn, ich habe einen neuen eigenen Remix oder Track am Start, den ich schnell auf einen USB-Stick lade. Macht ja keinen Sinn, eine CD wegen einem Track zu „(ver)brennen“.

mix&scratch: Technisch bist du damit mit den älteren Medien sehr verbunden. DJ-Controller erfreuen sich aber auch großer Beliebtheit. Wäre ein solches Tool auch für deine Performance in der DJ-Kanzel denkbar?

Mathias Kaden: DJ-Controller kommen mir immer nur dann in den Sinn, wenn ich auf einem Festival auflege. Es gibt doch viel zu wenige Leute, die noch wirklich auf die Musik hören. Zum Beispiel steige ich auch schon oft in den Breaks ein, damit die Crowd noch mehr ihre Arme nach oben reißt. Natürlich macht das Spaß, aber das ist mir manchmal zu einfach. Die Leute stehen da aber gerade darauf – auf das Einfache, was mich manchmal etwas verrückt macht.

Mathias Kaden

mix&scratch: Bereitest du dich eigentlich auf deine Gigs in irgendeiner Form vor?

Mathias Kaden: Nein, denn mit meinen CDs und den Platten bin ich bestens ausgestattet. Im Club spiele ich einfach aus dem Bauch heraus. Meistens treffe ich immer recht zeitig im Club ein, um schon etwas von der Stimmung einzufangen. Dann überlege ich mir entsprechend meine erste Platte, auf die ich mein Set aufbaue, um die Leute mitzunehmen. Natürlich packe ich die eine oder andere Platte ein, um sie zu spielen, was aber wiederum manchmal doch nicht passiert, weil es einfach nicht zum Abend passte. Das ist wirklich individuell. Natürlich stöbere ich jeden Tag, sei es nach Platten in unserem Plattenladen „FATPLASTICS“ oder nach neuen Tracks im Netz. Schließlich bin ich schon sehr an neuem Material interessiert. Dies gilt auch für ein paar alte Sachen.

mix&scratch: Bleibt uns nur, dich abschließend zu fragen, was wir in der Zukunft von dir hören werden?

Mathias Kaden: Letztes Jahr veröffentlichte ich mit dem Projekt „Karocel“ ein Album. Dahinter verbirgt sich die Leipziger Band Marbert Rocel, das sind Freunde von mir. Wir haben uns zusammengeschlossen und damit wurde aus Marbert Rocel und ,Kaden Karocel. Schon letztes Jahr standen damit viele Auftritte auf dem Plan, was auch in diesem Jahr fortgeführt wird. Momentan sitze ich auch an der Mix-CD für cocoon. Zudem folgen Ende des Jahres mein zweites Album und auch viele Remixes, wie für DJ Koze und Booka Shade. Zu guter Letzt wäre noch mein japanisches Pseudonym Mathimidori zu nennen, unter dem ich auf dem japanischen Label Mule-Records auch eine Platte veröffentlichte. Musikalisch mehr Dub und ruhiger angelegt. Zusammengefasst: Es steht immer etwas an.

Text: Dirk Duske

Foto: Dirk Duske & Freude am Tanzen

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