Interviews

Thomas Sperling – Ein Label feiert „sweet sixteen“

Thomas Sperling – Ein Label feiert „sweet sixteen“

22. August 2014

Sechzehn Jahre, das ist in unserer schnelllebigen Zeit und auch im Musikgeschäft eine kleine Ewigkeit. Das weiß auch Label-Gründer Thomas Sperling. 1998 holte er sich einige Bekannte und Freunde ins Boot und schuf aus der laufenden Partyreihe „Freude am Tanzen“ (kurz FAT), das bis heute aktive Label. Zum Jubiläum veröffentlicht das Team die Label-Werkschau „SIX10 Jahre Freude am Tanzen“ mit nahezu allen FAT-Künstlern. Eine gute Gelegenheit um sich mit Thomas über die Labelgründung, Abgabedruck, Presswerke, das Internet und den eigenen Anspruch zu unterhalten.

mix&scratch: Erst einmal Glückwunsch zum 16-jährigen Label-Jubiläum. Das Label ist 1998 in Jena aus der Partyreihe „Freude am Tanzen“ entstanden. Was war die Idee hinter der Partyreihe und warum haben Daniel Mauss und du beschlossen ein Label oben drauf zu setzen?

Thomas Sperling: Ich habe 1992 angefangen Partys zu veranstalten. 1995 ist dann „Freude am Tanzen“ durch einen Zufall entstanden. Ein Freund von mir schleppte eine Papiertüte an, auf der Stand „Freude am Einkauf“. Wir waren gerade albern drauf und kamen auf die Idee daraus den Slogan „Freude am Tanzen“ zu machen. Dann habe ich die Tüte eingescannt, habe das Logo in Photoshop nachgemalt und später auch vectorisiert. So entstand das Logo und gleichzeitig wurde die Idee geboren unsere Partys unter dem Slogan „Freude am Tanzen“ zu veranstalten. 1998 wurde dann das Label gegründet. Ich war einfach überzeugt davon, dass wir musikalisch etwas zu sagen haben. Die Jungs waren regional schon alle als DJs unterwegs und wir wollten durch das Label auch einen überregionalen Fokus erreichen. Ich habe fest daran geglaubt, dass wir genug Potenzial in unseren Reihen haben. Ich bin also irgendwann zu DJ Gabor,Marko Büchel (DJ Marcho) und Heiko (Anm. d. Red.: Heiko Schlesier) gegangen und habe vorgeschlagen zusammen eine Platte zu machen. DJ Gabor hat zu der Zeit noch ganz frickeligen Electronica produziert und Heiko machte Industrial. Die Jungs haben später dann Musikstücke abgegeben die ich an ein Tschechisches Presswerk weiter gegeben habe. Die haben uns die Platte gepresst, die wir wieder rum an den Vertrieb geliefert haben. Und der Vertrieb ging dann erst mal Pleite. Soviel zu unserer Erfolgsgeschichte mit der ersten Platte.

mix&scratch: An dem Punkt hätten viele bestimmt schon aufgegeben. Wie ging es dann weiter?

Der 2001 gegründete Fatplastics Store

Der 2001 gegründete Fatplastics Store

Thomas Sperling: Wir sind einfach dran geblieben. Die Auflagen und daher auch die Verluste waren überschaubar. Wir hatten einfach Lust darauf mehr zu machen. 1999 und 2000 haben wir jeweils eine Platte veröffentlicht und 2001 waren es schon vier Platten. So hat sich das stetig gesteigert. 2001 hat Sören (Anm. d. Red.: Monkey Maffia) einen Plattenladen inklusive kleinem Büro eröffnet. 2002 kam dann die Booking Agentur in das kleine Büro des Plattenladens und das Schwester Label „Musik Krause“ wurde gegründet. So ist das Ganze langsam und gesund gewachsen.

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