Testberichte

Viel Leistung für wenig Geld

Viel Leistung für wenig Geld

7. Oktober 2013

Nachwuchs aus dem Hause AKAI… das MPC Renaissance hat einen kleinen Bruder bekommen. Sein Name: AKAI MPC Studio. Das Paket besteht aus einem Controller und einer dazugehörigen DAW (Digital Audio Workstation) namens „MPC Software“ – eine klassische Software/Hardware-Kombination also. Entgegen dem Produktnamen fand der Test allerdings nicht im Studio statt, sondern auf einer Parkbank unter den ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres. Ein dreizehn Zoll MacBook mit vollem Akku, ein USB-Kabel und der nicht mal 0,90 Kilogramm schwere Controller erlaubten diesen Spaß ohne Generator und anschließenden Rückenschmerzen vom Schleppen. 

Schmal, kompakt und robust – diese drei Worte beschreiben die Hardware in einem Atemzug. Das „Schmal“ wird unter anderem dadurch erreicht, dass auf hohe Pottis an Stelle von verhältnismäßig großen und flachen Kunststoff-Encodern verzichtet wurde. Die Tasten sind gummiert und vermitteln das Gefühl, selbst nach jahrelanger, heftigster Benutzung noch genauso intakt zu sein, wie am ersten Tag. Die sechzehn Pads machen ebenfalls den Eindruck einer wilden „Klopperei“ dauerhaft gewachsen zu sein. Beim Spielen bieten sie ein wirklich angenehmes Feeling und zudem bleibt die Kiste auch recht leise. Das Display ist hintergrundbeleuchtet (blau und weiß / 360 x 90 Pixel) und liefert sowohl dadurch, als auch aufgrund der passenden Größe, bei Licht und Dunkelheit sehr gute Sicht- und Lesbarkeit. Nur Hochklappen wie beim großen Bruder „Renaissance“ geht leider nicht, was beim Arbeiten im Sitzen von Vorteil wäre. Der Alu-Deckel lässt das Produkt noch edler wirken und trägt auch sicherlich einen Teil zu seiner hohen Wertigkeit bei.

Verpackt in der mitgelieferten  roten Neopren-Schutztasche passt das Gerät zwischen Schulbüchern und Laptop in jeden Rucksack oder auch zwischen Vinyls in jede Plattentasche und steckt derartige Transportmethoden auch locker weg.

Der Controller ist schon fast der Inbegriff von kompakt und flach und dadurch mobil einsetzbar

Der Controller ist schon fast der Inbegriff von kompakt und flach und dadurch mobil einsetzbar

Wer bisher rein als DJ gearbeitet hat und nun endlich seine eigenen Beats kreieren will, vielleicht sogar im Live-Einsatz (vor, nach oder mitten im DJ-Set), findet in diesem Produkt womöglich die Lösung. Durch den Workflow, den die Hardware mit dazugehöriger Software bietet, geht dies im Grunde auch wirklich schnell und zudem noch innovativ. Anfänger sollten sich aber bewusst sein, dass beim Producing eine DAW-Software und eben auch die MPC-Software nicht so schnell beherrscht wird, wie zum Beispiel Traktor oder Serato. Es gibt natürlich einige Schnittmengen, aber selbst das reine Beat-Basteln fordert noch mehr an musiktheoretischem und audiophysischem Know-How. Ein genaues Studium des Handbuchs ist dabei unumgänglich, aber momentan liefert das Paket leider nur eine englischsprachige PDF, deren Lektüre aufgrund der Terminologie selbst bei fortgeschrittenen Englischkenntnissen mühselig sein kann.

Wer schon Erfahrung hat, wird den erwähnten, potentiellen Workflow lieben. Trotz des großen Umfangs sind alle Menüpunkte beziehungsweise Parameter schnell über den Controller zu erreichen und steuerbar. Während man auf der rechten Seite dafür Cursor-Tasten, „Data +“ und „Data -“ Tasten und ein etwas größeres, gerastertes Rädchen zur Verfügung hat, findet man links fünf weitere Encoder zur Steuerung der MPC-gängigen 16 „Q-Links“.

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